Heute dachte ich, ich verschenke ein wenig Lyrik. Poesien von mir, für Euch. Einige sind schon etwas älter, andere neueren Alters.
Mittwoch, 6. August 2014
Dienstag, 5. August 2014
Spuren der Jugend
Ich hatte es ja bereits angedroht, dass ich nach "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" nun noch einen Roman von John Green lesen (wollen) würde. Ich hatte mich für den nicht so sehr "umhypten" Roman "Margos Spuren" entschieden- und wurde nicht enttäuscht. Tatsächlich hat mir dieser Roman sogar noch besser gefallen, als der erste. Das liegt vor allem an der Unterschiedlichkeit der Themen. "Margos Spuren" ist eigentlich kein Roman, sondern vielmehr ein Roadmovie durch diverse Jugenden. Nämlich vor allem die des Ich-Erzählers Quentin. Seine Nachbarin, Jugendliebe, sein Idol und Fetisch Margo Roth Spiegelman (Achtung! Telling name!) steht im Zentrum dieses Roadmovies, denn eines Tages beschließt Margo (einmal wieder) von zu Hause zu verschwinden. Wie jedes Mal hinterlässt sie Spuren. Quentin sieht es als seine Aufgabe an, Margo zu finden. Und so macht er sich, gemeinsam mit drei weiteren Freunden, am Tag ihres Highschool-Abschlusses auf eine lange Reise quer durch Amerika, um dem Rätsel Margo auf die Spur zu kommen.
Der Leser ist dabei ebenso mitgerissen, wie auch hin- und her gerissen zwischen Faszination für Margo und Abscheu ihrer Dramatik. "Margos Spuren" ist fesselnd, faszinierend und frustrierend zugleich - und klingt noch lange nach!
JOHN GREEN
Margos Spuren, Hanser
ISBN 978-3-446-23477-2
Montag, 4. August 2014
All die vielen Jahre...
Fast zwanzig Jahre hat Anna ihren Ex-Freund Victor nicht gesehen - da stehen sie sich plötzlich und zufällig in einer Buchhandlung wieder gegenüber. Zwanzig Jahre liegen zwischen ihnen und ihrem College-Abschluss am St. Bart's und einer Nacht, in der so vieles zerbrach. Eindringlich blickt Alison Mercer in ihrem Roman "Und dann, eines Tages" zurück in die Jugendzeit der Clique rund um Anna und Victor, aber sie lässt auch einen Einblick zu in ihr heutiges Leben.
Über allem schwebt bedrohlich die Nacht des Abschlussfestes am College, an die sich Anna so erinnert: "Etwas ist [...] vorgefallen. [...] Drei Sachen. Zwei mir sehr nahestehende Menschen haben mich betrogen. Ich wurde Zeugin eines Verbrechens. Und jemand ist gestorben" (S. 282).
Zur Clique gehören der melancholische Keith, Pfarrerstochter Meg, Schauspielertochter Clarissa, der feiste Barnaby, der intellektuelle Victor und mittendrin Anna, die dringlich überhaupt irgendwo dazu gehören möchte. Doch aus der Nähe, die langsam erwächst, entstehen auch Abgründe, die Auswirkungen auf alle späteren Leben haben. Was hier bedrohlich und düster klingt ist dennoch ein leichter Roman, der spätestens beim Rückgang in die Vergangenheit fesselt. Ich habe verhältnismäßig lange gebraucht, um den Roman zu lesen, weiß dies allerdings nicht einzuordnen. (Normalerweise lese ich schnell und innerhalb weniger Tage.) Vielleicht korrespondieren hier Erzählzeit und erzählte Zeit doch mehr, als man glauben mag.
ALISON MERCER
Und dann, eines Tages, Diana Verlag
ISBN: 978-3-453-35774-7
Mittwoch, 30. Juli 2014
DIY - Alte Ballerinas in neuem (literarischem) Gewand
Links im Bild ist mein alter Lieblingsschuh des Sommers zu sehen. Wirklich schön war er nicht mehr. Leider. Daher stand uns die Trennung eigentlich kurz bevor. Denn Shoppingtouren, Uni-Besuche und überhaupt so einige Meilen hatten den hinteren Stoff doch ziemlich abgewetzt. Dann aber hat Autorin Dorothea Stiller mich auf facebook mit dieser wunderbaren Idee bekannt gemacht: http://jennifer-jaeger.com/diy-buchschuhe/ 
Jennifer Jäger hat dort ganz tolle Harry-Potter Pumps gebastelt - mit nichts außer Leim, Buchseiten, Schuhen und Klarlack. Und mal ehrlich - ehe ich meine Lieblingsschuhe der Mülltonne überlasse, ist das doch einen Versuch wert, oder?
Also auf ging die Suche nach einem Buch, das entbehrlich war - "Kleine Poesien" von Eckhard Henscheid musste leider herhalten (dieses Buch hatte ich einmal mitgenommen aus einer Mitnehm-Bibliothek, sodass mir seine Zerstörung nur mäßig Schmerzen bereitete). Bastellein hatte ich zum Glück im Haus. Nachdem also die Schere gezückt und einige Textstellen herausgeschnitten worden waren, ging es ans Bekleben. Ich habe mir dabei bewusst Zeit gelassen, damit alles gut durchtrocknen kann.
Nach einiger Zeit waren dann alle Schnipsel angebracht. Um sicher zu gehen, dass auch alles gut verklebt ist, habe ich noch eine Schicht Kleber über dem gesamten Schuh verteilt. Nach dem Trocknen konnten sie dann endlich (wieder) getragen werden.
Sie waren zwar dank des Leims ein wenig enger, aber das war bald behoben. Durch das Weiten lösten sich einige Schnipsel, aber diese kann man unbedenklich wieder anbringen. Und so habe ich nun wunderbare alte Ballerinas in neuem, literarischem, Gewand! 


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Dienstag, 29. Juli 2014
Jeder Mensch ist eine Geschichte
Jeder Mensch ist eine Geschichte, aber was passiert mit diesen Geschichten, wenn der Mensch stirbt? Dafür gibt es in Vitcoria Schwabs Welt ein Archiv, in diesem werden alle Geschichten eingelagert. Chronik nennt sich das und sieht aus wie der jeweilige Mensch selbst- ein perfektes Abbild des Verstorbenen, das alle seine Erinnerungen und sein Wissen beinhaltet. Aber es ist eben nur ein unmenschliches Abbild. Manchmal kann es passieren, dass eine Chronik aufwacht und versucht in die Außenwelt zu gelangen. Dazu muss sie die sogenannten Narrows passieren. Dort gibt es Türen, die in die Welt der Menschen zurück führen würden, aber auch "Retoure"-Türen. Alle Türen können nur von Wächtern geöffnet werden. Eine Wächterin ist die 16-jährige Mackenzie [deren Spitzname Mac meinem Zeitungskürzel entspricht und das auch für mich manchmal ein Spitzname ist. Was ich irgendwie immer spannend finde, wenn Ähnlichkeiten mit dem eigenen Leben auftauchen]. Mackenzie ist "Das Mädchen, das Geschichten fängt"; zumindest in dem ihr zugewiesenen Bereich. Ihr verstorbener Großvater hatte sie zu seinem Nachfolger bestimmt.
Nach dem Unfalltod ihres kleinen Bruder sind Mackenzie und ihre Eltern umgezogen. Und in ihrem neuen Zuhause, einem ehemaligen Hotel, häufen sich plötzlich die ausgebüchsten Chroniken. Für Mac wird es immer gefährlicher, sie zurück zu bringen ins Archiv. Bis es letztlich ganz brenzlig wird... Ein spannendes Buch, dessen mehr als 400 Seiten ich in einem Rutsch verschlungen habe - und für das ich eine Nacht opferte. ;-)
Auch hier ist einmal wieder das Cover wunderschön. Jedes Kapitel ist mit einem tollen Header überbildert. Leider ist aber auch hier einmal mehr der deutsche Titel ein wenig irreführend. Im Deutschen klingt der Roman irgendwie sanfter, als er tatsächlich ist. Dennoch, meine absolut uneingeschränkte Leseempfehlung!VICTORIA SCHWAB
Das Mädchen, das Geschichten fängt, Heyne
ISBN: 978-3-453-41033-6
Donnerstag, 17. Juli 2014
Die Übersetzung als mieser Verräter
Ja, okay, ich gebe es zu: Ich habe mich aus Neugierde der allgemeinen Begeisterung um John Green gebeugt und "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" angeschafft. Auch, weil mich die Kinovorschau so traurig gemacht hat. (Ich mag traurige Bücher, von Zeit zu Zeit.) Aber, ich muss es gleich vorweg sagen: Es lässt mich nicht in den Hype mit einfallen. Und ich befürchte, das liegt nicht am Roman, sondern einmal mehr an den Erwartungen, die ich aufgebaut hatte, außerdem daran, dass ich die Handlung schon kannte, aber vor allem an der deutschen Übersetzung.
Ich glaube, dass die Englischen Feinheiten für uns deutsche Leser nicht greifbar sind. Im Beifach mit Anglistik bis zum Master ist man sensibler für die Sprache und ihre Feinheiten. Was bei uns teilweise besserwisserisch klingt (etwa Hazel und Augusts im Gespräch), scheint mir im Original überhaupt nicht besserwisserisch. Das liegt daran, dass die deutsche Sprache leider nicht die wunderbaren Nuancen des Englischen ausdrücken kann.
Der Roman selbst ist, wie ich finde,
nicht nur kein Jugendbuch. Es sollte von jedermann gelesen werden. Und obwohl man anfänglich das Gefühl hat, dass doch eigentlich die kurze Liebesgeschichte von Hazel und Augustus erzählt wird, so finde ich viel zentraler den fiktiven Roman "Ein herrschaftliches Leiden". Es ist große Erzählkunst, einen Roman in einem Roman zu erschaffen, ihn zu interpretieren und zu analysieren, sodass man als Leser erst einmal begierig Google öffnet, um Roman sowie Autor zu suchen. Die Symbolik von Roman im Roman (Prinzip der Matrjoschkas) könnte im Bezug zu Hazels und Augusts' Krebserkrankungen nicht besser gewählt sein. Zwar stammt auch der deutsche Titel aus einem Zitat des (fiktiven) Autors Peter von Houten, aber der Originaltitel trifft den Kern des Buches ("The Fault in Our Stars") um Einiges besser und greift diese Symbolik ebenfalls auf.
Nachdem man überall schon hörte: Lest dieses Buch, vermeide ich tunlichst diese Empfehlung. Wer es aber nicht liest, der ist um ein wirklich schönes Buch ärmer. Lest es nicht
nur um Hazels und Augusts' Liebesgeschichte wegen, sondern um richtig tolle Erzählkunst zu genießen! Ich mache gleich weiter mit John Greens Roman "Margos Spuren"...
JOHN GREEN
Das Schicksal ist ein mieser Verräter, Hanser Verlag
ISBN 978-3-446-24009-4
Montag, 14. Juli 2014
Wie ich Lesen liebe
Okay, ich habe endlich nachgegeben. Überall wird und wurde mir vorgeschwärmt von dem Liebesroman "Weil ich Layken liebe". Und irgendwie hat sich das in meinem Gehirn festgesetzt, bis ich endlich schwach wurde und das Buch Einzug hielt auf meinem Kobo E-book-reader. Colleen Hoover hat einen wunderbaren, warmherzigen Roman geschrieben, den ich wirklich in einem Rutsch durchgelesen habe. Aber, ich hatte leider andere - nämlich zu hohe Erwartungen - daran und war daher enttäuscht. Der Roman selbst kann nichts dafür. Er erzählt die Liebesgeschichte der 18-jährigen Layken aus Texas und des etwas älteren Wills aus Michigan. Zum Glück mit Happy-End.
Dennoch macht Hoover mir persönlich zu viele Fässer mit Nebengeschichten auf. Auf dem Cover wird mir "Die Liebesgeschichte von Layken und Will" versprochen. Tatsächlich aber passiert da, außer dem einen großen Konflikt, nicht so viel. Ich hätte aber gerne viel mehr genau davon gelesen!
Besonders haben mir die Kapitelanfänge gefallen, denen die Autorin Zitate aus Songs der Avett Brothers voran stellt. Als (junge) Germanistin zerbreche ich mir schon lange den Kopf darüber, wo eigentlich die Einstufung für "Literatur" bzw. "Poesie" beginnt. Die Avett Brothers, die ich zuvor nicht kannte, haben definitiv eine Entscheidungshilfe geliefert! Alleine hätte ich wahrscheinlich niemals zu dieser Musik gefunden, Danke Colleen Hoover. Und ich verspreche, quasi als Tausch dafür, "Weil ich Will liebe" eine neutrale Chance zu geben! Weil ich lesen liebe und Bücher, die Literatur, Musik und noch Vieles mehr verknüpfen können!
Weil ich Layken liebe, dtv
ISBN 978-3-423-42134-8
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