Sonntag, 31. August 2014

Die Welt der Erwartungen

damwJa, ich konnte nicht anders! Nachdem mir allerorten der Mund wässrig gemacht worden ist, habe ich "Die Achse meiner Welt" von Dani Atkins kaufen, in einem Rutsch lesen und mir selbst ein Bild machen müssen. Ich sage es gleich vorweg: Der geübte Leser wird das Ende schnell erraten, ich persönlich hatte noch eine ganz andere (spirituellere) Idee dafür, aber dennoch habe ich Tränen wegblinzeln müssen!
Ganz ehrlich hatte ich mir die Geschichte zum Einen emotionaler vorgestellt, zum Anderen aber auch irgendwie spektakulärer, da sooooo ein großer Hype darum veranstaltet wurde. Nun, so ist es, wenn man große Erwartungen aufbaut. Dennoch habe ich das Buch wirklich sehr gemocht. Es ist, trotz allem, eines dieser Bücher, die man nur ungern wieder aus der Hand gibt, wenn man einmal mit dem Lesen begonnen hat. Die Handlung um die 23-jährige Rachel und ihre Clique wird sozusagen "doppelt" erzählt, frei nach der Frage: Was wäre, wenn etwas in der Vergangenheit anders verlaufen wäre. Dann aber kommt eine Wendung, die verhältnismäßig leicht zu erahnen ist. 
Was hier so negativ klingt ist vor allem die Enttäuschung über zu große Erwartungen meinerseits. Der Roman ist dennoch ein absoluter Tipp meinerseits, aber seid bitte nicht so enttäuscht wie ich - das ist leider dem Buch gegenüber unfair. Besonders niedlich ist der von der Autorin mitgegebene Text über die Entstehung des Romans! :)

Die Achse meiner Welt, Knaur

ISBN: 978-3-426-51539-6

Der Schauspieler von nebenan

100_8648Biografien lese ich nicht so gerne. Oft sind die selbstdarstellerisch, prollig oder angebrisch - oder alles zusammen. Als der Schauspieler Uwe Ochsenknecht jedoch kürzlich seine Biografie "Was bisher geschah" veröffentlichte, wusste ich, die möchte ich lesen. Aus dem einfachen Grund, dass ich ihn als Schauspieler sehr gerne sehe. Das verdanke ich meiner Mutter. Zusammen haben wir ihn oft spielen sehen. Als ich das Buch letztlich bekam, riss es sich meine Mutter zuerst unter den Nagel. Und sie mochte es sehr. 
Ich also musste mich mit dem Lesen gedulden. Dann aber endlich war es so weit und ich war erleichtert, dass Ochsenknechts Biografie alles andere ist als selbstdarstellerisch, prollig oder angebrisch! Sein Buch macht ihn umso sympathischer. Den Mannheimer kann er nicht leugnen, ebenso wenig, dass er tatsächlich Kult ist. 
Offen und wirklich privat, aber nie zu intim oder ausufernd schildert der Schauspieler Einblick in sein Leben - von der Kindheit bis heute. Und dabei macht er klar: Was bisher geschah ist erst der Anfang! Endlich einmal eine Biografie, die den wahren Menschen zeigt. Nicht nur für Fans des Schauspielers ein Muss. Es ist vielleicht keine hochtrabende Lektüre, aber ein Buch über einen Menschen - und das lohnt allemal! 

Uwe Ochsenknecht

Was bisher geschah, luebbe

ISBN: 978-3-7857-2485-9

Samstag, 30. August 2014

Zum Mond, aber nicht mehr zurück

100_8649Es kommt wirklich nur selten vor, dass ich Bücher nicht fertig lese. Ich gebe jedem Buch eine Chance. Aber das Leseexemplar von "Der Sommer, in dem meine Mutter zum Mond fliegen wollte" lag viel zu lange immer neben mir in der Küche (dort lese ich meistens) und wir kamen nicht voran. Entsprechend der sommerlichen Hitze im Roman, waren wir träge und kämpften um jede Zeile. Über die Hälfte haben wir zusammen geschafft -  dann musste ich kapitulieren. Es gibt dafür nicht einmal ausreichend Gründe. Ich glaube, wir beide haben einfach nicht zusammen gepasst. Denn die Grundidee gefiel mir sehr.  LARS SAABYE CHRISTENSEN erzählt von einem Sommer in Osloder Jahre später irgendwo anders reflektiert wird. Nämlich vom Schriftsteller Funder, dem Protagonisten, dem wir zuerst als Kind begegnen und der als Erwachsener noch immer an sich selbst zweifelt und auf der Suche nach sich selbst ist. Ein großes Thema, das alle Literaten lieben.
Was auf der Verlagsseite "Wie er schließlich lernt, sich selbst mit anderen Augen zu sehen und der Phantasie gestatten kann, Einzug in seine wirkliche Welt zu halten, ist eine der zärtlichsten Wendungen in diesem großen, berührenden Roman" heißt, konnte ich leider nirgendwo entdecken. Und dafür entschuldige ich mich. Ich hätte es wirklich gerne entdeckt. Aber Funder und ich, wir suchen wohl besser getrennt weiter. Ich hoffe, dass ein anderer Leser ein Happyend mit diesem Roman erleben kann! 

LARS SAABYE CHRISTENSEN

Der Sommer, in dem meine Mutter zum Mond fliegen wollte, btb

ISBN: 978-3-442-75417-5

Donnerstag, 28. August 2014

Ein Scheusal namens Ove

100_8647Ove begegnen wir zum ersten Mal in einem Elektrofachgeschäft. Er ist - sagen wir es einmal freundlich - ein schwieriger Kunde. Ein Scheusal. Einer, mit dem man nicht geschenkt befreundet sein möchte. Doch dann wird die Erzählung zurück gedreht - und der Leser nähert sich Ove (ungewollt) an. Dabei stellt man fest, dass man ihn richtig gerne haben kann. Dass er einmal ein liebender Mensch gewesen ist. Und plötzlich ist es da: Das Verständnis für Ove und der Wunsch, er möge ein besseres Leben haben. Und die Angst, er könne sich tatsächlich im Wohnzimmer erhängen.
So schwankt man beim Lesen zwischen Abscheu, Verständnis, Zärtlichkeit, Traurigkeit und Sorge um und für Ove. Fredrik Backman erzählt in "Ein Mann namens Ove" mit Witz und Augenzwinkern von diesem Höllennachbarn, der mit der Zeit hart und kalt geworden ist, aus Trotz und aus Prinzip; der seiner Liebenswürdigkeit selbst nicht über den Weg traut und der ohne seine Frau nicht mehr sein mag, und doch muss. Liebevoll und Schritt für Schritt wird Ove in die Welt zurück geholt, in der er eigentlich nicht mehr sein will. Welche Rolle dabei ein I-Pad und eine Katze mit einem halben Schwanz spielen, sollte jeder herausfinden. Ich persönlich würde Ove wirklich gern kennen lernen. Der Roman um Ove ist meine absolute Leseempfehlung in diesem Sommer - ein Roman, der hoffentlich verfilmt wird!

Fredrik Backman

Ein Mann namens Ove, S. Fischer Verlag

ISBN: 978-3-8105-0480-7

Mittwoch, 27. August 2014

Heiraten mit Hindernissen

aPhilipp Seitz könnte nicht glücklicher sein: Er hat einen tollen Job in den Medien und lebt mit seiner Traumfrau Mia zusammen. Da kommt ihm eine geniale Idee: Übers Fernsehen will er Mia einen Heiratsantrag machen und noch dazu die Wohnung kaufen, in der die Beiden zusammen leben. Nur sein bester Freund Benny hat es schwer. Aus Mitleid für Benny, beim Kauf der Wohnung und in Vorbereitung des Heiratsantrages macht Philipp einen Fehler nach dem anderen. Dann verschwindet sein Makler  mit Philipps Geld, sein Chef kündigt ihm und dann gibt es da noch dieses Missverständnis in einem Bordell, in das ihn Benny schleppt… Das alles erzählt Lutz Schebesta in "Antragsfieber" unfassbar lustig und in wahnwitzigem Tempo. Manchmal schämt man sich dabei herrlich fremd. Leider ist der Roman viel zu schnell ausgelesen! Wer Romane im Stil von Tommy Jaud und Susanne Fröhlich mag, der wird dieses E-Book lieben! Mein E-book-Reader jedenfalls hat sich endlich mal wieder über meine Zuneigung gefreut und ich freue mich, mehr Bücher von Lutz Schebesta zu lesen!

Antragsfieber, eRiginal, Feelings

ISBN: 978-3-426-43310-2

Freitag, 22. August 2014

"Sommerzeit ist Ferienzeit"

eb0fa29f_l "Sommerzeit ist Ferienzeit", diese Liedzeile habe ich mir bei basta geliehen, um mich zu verabschieden - für einige Tage jedenfalls. Daher wird es hier ein wenig ruhiger, das Lesen aber wird nicht eingestellt.
In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine schöne und erholsame Sommerzeit, aber auch eine erlebnisreiche Ferienzeit voller Sonnenstunden - oder umgekehrt!
Herzlich, Marissa Conrady
PS - Bei Langeweile oder schlechtem Wetter, bietet es sich an, ein wenig auf facebook vorbei zu schauen: www.facebook.com/pages/Marissa-Conrady/154763577877910 

Donnerstag, 21. August 2014

Geheimer Gruß

IMG_20140821_170652Wenn ich diese Schrift im Briefkasten vorfinde, dann freue ich mich immer. Über die netten Zeilen und überhaupt grundlegend über diese unerwartete Korrespondenz. 
Zu verdanken ist sie eigentlich meiner Freundin Bibliophilin. Dort besprach ich eines Tages  im Jahr 2011 als Gastrezensentin "Sterben ist Mist, der Tod aber schön. Träume vom Himmel" von Gabriele Wohmann. Darin hat die wunderbare Gabriele Wohmann mit Georg Magirius über Gott und die Welt gesprochen, im wahrsten Sinne des Wortes. Und über dieses Buch hinweg entstand eine Korrespondenz, die mich immer wieder beglückt, begeistert und für die ich sehr dankbar bin. 
Daher, an dieser Stelle, weil ich weiß, dass Sie es lesen, herzliche Grüße und vielen Dank für das Bisherige!