Freitag, 22. August 2014

"Sommerzeit ist Ferienzeit"

eb0fa29f_l "Sommerzeit ist Ferienzeit", diese Liedzeile habe ich mir bei basta geliehen, um mich zu verabschieden - für einige Tage jedenfalls. Daher wird es hier ein wenig ruhiger, das Lesen aber wird nicht eingestellt.
In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine schöne und erholsame Sommerzeit, aber auch eine erlebnisreiche Ferienzeit voller Sonnenstunden - oder umgekehrt!
Herzlich, Marissa Conrady
PS - Bei Langeweile oder schlechtem Wetter, bietet es sich an, ein wenig auf facebook vorbei zu schauen: www.facebook.com/pages/Marissa-Conrady/154763577877910 

Donnerstag, 21. August 2014

Geheimer Gruß

IMG_20140821_170652Wenn ich diese Schrift im Briefkasten vorfinde, dann freue ich mich immer. Über die netten Zeilen und überhaupt grundlegend über diese unerwartete Korrespondenz. 
Zu verdanken ist sie eigentlich meiner Freundin Bibliophilin. Dort besprach ich eines Tages  im Jahr 2011 als Gastrezensentin "Sterben ist Mist, der Tod aber schön. Träume vom Himmel" von Gabriele Wohmann. Darin hat die wunderbare Gabriele Wohmann mit Georg Magirius über Gott und die Welt gesprochen, im wahrsten Sinne des Wortes. Und über dieses Buch hinweg entstand eine Korrespondenz, die mich immer wieder beglückt, begeistert und für die ich sehr dankbar bin. 
Daher, an dieser Stelle, weil ich weiß, dass Sie es lesen, herzliche Grüße und vielen Dank für das Bisherige!

Dienstag, 19. August 2014

Was bereust Du?

100_8530Sara ist jung, steht kurz vor dem Abschluss der High School und beliebt- naja, nicht weil sie Sara ist, sondern weil sie einen coolen Freund hat - Dylan - und weil sie mit Brielle befreundet ist. Die hat immer alles im Griff - selbst Saras Leben! Als dann aber Emma, die alle nur als Schlampe bezeichnen, sich an Dylan ran macht, werden die Freundinnen aktiv - zu aktiv. Spannend und aus Sicht des Teenies Sara erzählt Amanda Maciel in "Das wirst du bereuen" über das Leben an der Schule - und wie gnadenlos es dort zugeht. Ich bin, ehrlich gesagt, sehr froh, dass es an unserer Schule so nie zugegangen ist, kann mir aber durchaus vorstellen, wie so etwas passieren kann.
100_8531Um Emma - der Schlampe - einen Denkzettel zu verpassen, erlauben sich Brielle und Sara immer mehr Scherze via Facebook und im Internet. Doch die Scherze laufen irgendwann aus dem Ruder. Aggressives Verhalten und Beschimpfungen treffen auch Emmas Familie. Und Emma, die psychisch ohnehin angeknackst scheint, weiß keinen anderen Ausweg mehr, als sich das Leben zu nehmen. 
100_8532Brielle, Sara und ihre Freunde müssen dafür vor Gericht. Und die Frage nach Reue, Schuld und Vergebung steht im Raum. Leider, leider, leider bleibt mir Emma ein wenig zu platt, was aber, da die Geschichte aus Saras Sicht erzählt wird, fast wieder verständlich ist. Irgendwie hat man daher auch mehr Mitleid mit Sara, sorgt sich um ihre Zukunft und hofft darauf, dass sie wenigstens etwas lernt. Sie lernt auch tatsächlich: Nämlich, dass sie im Grunde immer nur Brielles Anhängsel war, und dass man selbst auch bereuen können muss. Zurecht ist dieses Buch der absolute MädchenLiebling.
Nicht nur die coole Farbe und das coole Cover sind dafür Grund genug, sondern auch die Story überzeugt und bringt (nicht nur) schulpflichtigen Lesern etwas bei! "Als Mrs Thale uns damals im Englischunterricht beibringen wollte, was ironie ist, hatte ich es nicht so richtig kapiert. Aber jetzt schon. Jetzt, wo ich gemobbt werde, weil ich eine Mobberin bin". S. 8
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Amanda Maciel

Das wirst du bereuen, Bastei (Boje)

ISBN: 978-3-414-82406-6

Donnerstag, 14. August 2014

Wie lange muss Liebe dauern?

10539139_605164236268933_948707214_nEs klingt ja schon ein bisschen nach Klischee: Mann und Frau heiraten heimlich, Mann stirbt plötzlich, Ehefrau und Schwiegermutter sehen sich konfrontiert und hassen sich zunächst, lieben sich aber dann. Aber Taylor Jenkins Reids Roman "Neun Tage und ein Jahr" ist weit entfernt von dieser Klischee-Opfer-Rolle, obwohl die Autorin auch gerne - und gut - mit diesen Klischees spielt.
Die Geschichte von Elsie (26) und Ben (27) wird in Rückblicken abwechselnd mit der Gegenwart erzählt. Die ist leider traurige Tatsache: Ben ist tot und Elsie seine Frau, von der niemand weiß. Nur neun Tage hat ihre Ehe gedauert. Überhaupt, ihre Liebe dauerte insgesamt nur kurz, weswegen Bens Mutter aus allen Wolken fällt, als ihr nicht nur ihr toter Sohn präsentiert wird, sondern eine Schwiegertochter, die sie nicht kennt, noch dazu. Logisch, dass Susan Elsie zunächst ablehnt. Doch die Trauer vereint die beiden nach und nach. Die Autorin spielt hier geschickt mit Klischees, widerlegt sie und widmet sich ihnen augenzwinkernd und erfrischend. Das liegt auch an der Intensität ihrer Protagonisten und an der "rückblickenden" Erzählweise. Vor allem klingen noch lange einige Fragen nach: Wann ist Liebe zu Ende? Wann ist es "die eine, große, Liebe"? Wie lange muss Liebe dauern und kann sich Trauer daran messen?
Taylor Jenkins Reid hat einen wunderbar abwechslungsreichen Roman voller Wärme geschrieben. Zunächst weint man mit Elsie um den toten Ehemann, dann lacht man über die beiden als Paar, ist wütend auf Susan, dann auf Ben und später ist man irgendwie mit versöhnt. Was will man mehr von einem Roman: Weinen, Lachen, Bangen, Hoffen und lieben? Besonders gefallen hat mir Elsies Liebe zu ihrem Beruf (Bibliothekarin), der ihr am Ende sogar ein wenig das (Über-)Leben erleichtert. Der Titel erinnert sehr an Jojo Moyes, mit deren Romanen ich bisher noch nicht wirklich warm werden konnte. Hier aber: Ein wirklich liebevoller Roman, den ich sehr, sehr gerne empfehle!

TAYLOR JENKINS REID

Neun Tage und ein Jahr, Diana Verlag

ISBN: 978-3-453-29164-5

Dienstag, 12. August 2014

Persönlich über das Schreiben schreiben

100_7334Bernhard Schlink macht sich, wie jeder Autor, "Gedanken über das Schreiben". Ich habe das E-book, das seine Heidelberger Poetikvorlesungen vom Mai/Juni 2010 enthält, mehrfach, sorgsam gelesen. Sorgsam deswegen, weil es doch ein sehr literarischer Text ist. Diese Art von Texten verdienen oft mehr Aufmerksamkeit. Man  kann nicht einfach über einen Satz lesen, denn er könnte die Kernaussage sein. Außerdem war es zeitlich aufwändiger, hier "Unterstreichungen" vorzunehmen (ja, als Germanist ist man quasi zwanghaft veranlagt und markiert das, was gehaltvoll ist).

Die Lektüre hat sich für mich als Germanistin und als Autorin gelohnt. Es ist wunderbar, wie Schlink teilhaben lässt an Schreibprozessen, aber auch an Fragen, die sowohl die Literatur selbst, als auch die Leserschaft aufwerfen. Ich bin allerdings unsicher, ob sich die Lektüre daher auch für "Fachfremde" als derart interessant gestaltet, da sie, trotz vieler Beispiele, doch sehr einer Vorlesung gleicht. Schlink widmete sich in diesen Vorlesungen vor allem den Fragen nach den Maximen des Schreibens und der Gültigkeit, die sie für ihn persönlich besitzen.  Das ist in der Tat ziemlich persönlich. Dabei unterscheidet er die Themenbereiche "Über die Vergangenheit schreiben", "Über die Liebe schreiben" und"Über die Heimat schreiben". 
100_8497"Über die Vergangenheit schreiben": Zunächst einmal ist "alles Schreiben [...] Schreiben über die Vergangenheit". Entscheidend hierbei ist das Wie. Schlink greift hierbei auch auf die alte Auseinandersetzung zurück, der zufolge es nach Auschwitz kein Gedicht mehr geschrieben werden könne. Für Schlink aber zählt dies: "Literatur ist war, wenn sie darstellt, was geschah oder hätte geschehen können. [...]". "Wir wollen, dass Literatur uns unsere Wirklichkeit erklärt und dass sie uns einlädt, uns in andere Wirklichkeiten hineinzuversetzen, die nicht die unseren sind. Wir lesen, weil wir das Leben derer, über die wir lesen, teilen wollen". Umso wichtiger das Schreiben nach Auschwitz. Gerade erst "in der Begegnung mit den Geschehnissen und Gestalten der Literatur erfahren [wir], wer wir selbst sind". "Das Erzählen der Geschichte verträgt keine andere Absicht als die, die Geschichte zu erzählen und sie wahrhaftig zu erzählen". Aber Schlink weiß auch: "So über die Vergangenheit schreiben, dass niemand sich verletzt fühlt - es geht nicht".
"Über die Liebe schreiben" bedeutet zweierlei: Über körperliche Liebe zu schreiben und Liebe als Tätigkeit zu sehen. Es bedeutet aber auch, sich Fragen auszusetzen, wieso man genauso darüber geschrieben hat - und was man selbst dabei empfindet. Dabei stellt der Autor immer wieder fest, "wie verbreitet eine normative Vorstellung von richtiger Liebe ist". "Über die Liebe schreiben heißt über die Lieben schreiben, die Liebe in ihrer Vielgestaltigkeit bewahren, sie vor dem normativen Zugriff schützen". Dabei liebt jeder Autor seine Geschöpfe auf die eine oder andere, durchaus seltsame, Weise. Dies aber macht den Autor greifbar und verletzlich: "Wenn ich schreibe, gebe ich Einblick in mein Inneres, Eigenes, Privates, Intimes. Ich mache eine Tür zu mir auf [...]". Bernhard Schlink beschreibt dabei auch das Gefühl des "Schreibenmüssens", das ich nur zu gut nachempfinden kann: "Es soll in der Welt sein, mag der literarische und finanzielle Erfolg größer oder kleiner sein. [...]". 
"Über die Heimat schreiben". Schlinks Geschichten spielen oft in seiner Heimat Heidelberg. Auch ich erlebe, dass man Geschichten am besten dort spielen lassen kann, wo man sie sich vorstellen kann. Hierbei geht es auch um Erinnerungen. Schlink betrachtet diese Erinnerungen, besonders die der Kindheit, als Heimat. Doch diese Vorstellung alleine genügt ihm nicht. Er könne sich auch beim Schreiben in Orte hinein denken und ihnen heimatliche Gefühle entgegenbringen, wenn sie nicht unmittelbar damit verbunden seien. "Heimat ist ein anderer, ein größerer Zusammenhang zu dem wir uns verhalten, nach dem wir uns sehnen und von dem wir uns abwenden können. Heimat ist ein Gegenüber, selbst wenn es ein nicht fassbares, nicht erreichbares, ein utopisches Gegenüber sein sollte".
Es ist spannend, diesen persönlichen Ausführungen über das Schreiben zu "lauschen", aber auch komplexer, als es erscheint. Mein literarischer Höhepunkt diesen Sommer!


Alle Zitate sind dem E-book "Gedanken über das Schreiben" entnommen.


Bernhard Schlink

Gedanken über das Schreiben, Diogenes
ISBN 978-3-257-60391-0

Montag, 11. August 2014

Schimmern und duften

100_8515Neulich bekam ich ein ganz tolles Überraschungspaket. Ich liebe Überraschungen. Vor allem, wenn sie schimmern und duften. Das wusste ich natürlich beim Öffnen noch nicht, aber von wem das ominöse Päckchen war, stand schon vorne drauf: Von Balea. Ich mag die Eigenmarke vom DM Drogeriemarkt sehr. Sie sind günstig, aber vor allem abwechslungsreich, liebevoll gestaltet und meiner Haut tun sie gut.  Was jetzt nach (Schleich-)Werbung klingt, ist aber ein Fakt: Ich benutze total viel von Balea bzw. DM. Angefangen von der Zahnbürste bis hin zur Hautcreme und den Taschentüchern. Oftmals überzeugt mich ihre Qualität im Vergleich zu teureren Produkten viel mehr.
100_8516Aber zurück zu meiner Überraschung. Beim Öffnen des Päckchens lachten mir zwei knallige Farben unter dem Luftpolster entgegen: Grün und rosa. Und nach dem Lüften des Luftpolsters entdeckte ich je ein Shower-Gel und ein Deo von Balea. Das Grüne ist die Duftrichtung "Kiwi", rosa ist "Berry". Ich muss zugeben, dass ich im Geschäft Kiwi erst gar nicht in die Hand genommen hätte, unter der Mutmaßung, dass es wahrscheinlich nicht so dolle riecht. Tatsächlich hat mich daher die erste spontane Geruchsprobe positiv überrascht. Nachdem ich - Danke Sommer! - sowieso noch Duschen wollte am Abend, konnten die beiden Herrschaften gleich mal mit mir ins Badezimmer umziehen.
100_8520Ein erster Test der beiden Shower-Gels auf der Haut, ohne Wasser, machte neugierig, die Verpackung zu untersuchen. Ich hatte nämlich das Wörtchen "shining" überlesen- und siehe da, die Gels glitzern bzw. schimmern total schön. 100_8521Dann aber mein Fehler: Ich habe beide Gels miteinander vermischt. Meine Mutter sagte schon vor Jahren einmal zu mir, als ich wieder einmal Badezusätze wild miteinander im Wasser vermengte, dass ich irgendwann im Bad explodieren würde. Nun, explodiert bin ich glücklicherweise nicht, sonst gäbe es diesen Post nicht, aber der Geruch beider Gels erinnerte doch zu stark an Penicillin, das ich in der Kindheit oft einnehmen musste.Merke also: Jedes Gel für sich, super Duft; zusammen gemischt: lieber die Finger davon lassen. :) 
Da ich also nicht mit beiden gemeinsam duschen konnte, gab ich Kiwi den Vorzug, da ich ihm schon zuvor grundlos Unrecht getan hatte. Das Hautgefühl während und nach der Anwendung war wirklich toll. Der Duft sehr dezent, nicht zu künstlich. Toll vor allem der ganz zarte Schimmer auf der Haut. Danach, gleiches Recht für alle, sprühte ich Berry als Deo auf. Auch hier: Toller, dezenter Duft. Alles riecht irgendwie sommerlich frisch. Ich selbst benutze lieber Sticks bzw. Roller, aber das ist nur mein persönlicher Geschmack. Gut finde ich, dass die Deos als frei von Aluminiumsalzen gekennzeichnet sind.
100_8517Mein Fazit nach einigen Tagen der Anwendung beider Deos und Gels? Absolutes Sommer-Dusch-Pflege-Highlight, und das noch so überraschend. Mein klarer Favorit ist immer noch Berry als Deo, aber als Gel ist Kiwi auch richtig klasse. Toll der Schimmer, den die Gels enthalten. Mehr solcher Produkte wären auch im Winter cool.

Weitere Infos zu den Produkten gibt es bei Balea - ich habe sie auch schon bei DM im Regal entdeckt und muss sagen, dass das Preisleistungsverhältnis mehr als stimmt!

Sonntag, 10. August 2014

Bilanz II

Zur Zeit bekommen viele Menschen in meinem Umfeld Kinder. Wie ich so stehe und die winzigen, wundervollen und zerbrechlichen Babies betrachte, mich nicht traue, sie auf den Arm zu nehmen, weil ich glaube, ich mache sie kaputt, wird mir etwas klar. Mit mir im Raum alt-eingesessene Mütter, frischgebackene Eltern und Babies. Ich, kinderlose Akademikerin, halte mich zurück und fest an einem Buch. 
Pinup3Meine Kinder erzählen Geschichten - haufenweise. Sie halten nie den Mund. Man muss sich schon in einem anderen Zimmer befinden, damit man sie nicht mehr hört. Und dennoch hallen sie nach: Im Kopf.
Dabei sind sie stimmlos geboren. Untergewichtig. Zu blass und zu krank, um alleine zu stehen.
Es sind Bücher. Keines davon wird mich Mama nennen. Und doch habe ich sie in die Welt gesetzt. Das einmal gesagte oder geschriebene Wort kommt nicht wieder zurück. Es entwickelt ein Eigenleben. Buchkinder sind undankbare Geburten. Niemals wird dieses Kind Dich anlächeln, Deinen Finger mit der Hand umfassen oder atemlos aus der Schule nach Hause zurück kommen. 
Meine Kinder sind Worte zwischen papiernen Deckeln. Ich weiß nicht, ob ich je etwas anderes in die Welt setzen kann. Etwas, das auf ganz andere Art sagt, dass ich hier war...