Samstag, 22. Februar 2014

Damals, im Krieg

Crime
 058_Primor_Cover_RZ.inddEhrlich gesagt: Ich kann mit Kriegsromanen nicht viel anfangen. Und ganz unter uns: In Geschichte war ich bestimmt nicht Klassenbeste. Warum also habe ich dennoch einen Kriegsroman gelesen, der sich mit dem 1. Weltkrieg befasst? Ganz einfach: Weil es ein gutes Buch war und ich einiges auf spannende Weise dazu gelernt habe.
Avi Primor hat mit "Süß und ehrenvoll" dem 1. Weltkrieg und seinen Toten ein Denkmal gesetzt. 1914 werden der Deutsche Ludwig und der Franzose Louis einberufen für ihr Land zu kämpfen. Was zunächst für beide Trennungen und Angst bedeutet, entwickelt sich bald zu einem Albtraum, der Ängste ganz anderer Art hervor zaubert. Dramatischer noch wird es, denn beide sind Juden - als Feinde bekämpfen sie sich bis aufs Blut. Der Verlag schreibt: "Auf der Grundlage zahlreicher historischer Dokumente hat Avi Primor einen Roman geschrieben, der unter die Haut geht - über die erste Liebe, über die Absurdität des Krieges, über die Suche nach Zugehörigkeit. Eine ergreifende, große Geschichte, wie sie in Deutschland noch niemand zu schreiben gewagt hat". Und tatsächlich geht der Roman unter der Haut. Ich war lange geschockt und betroffen davon und empfehle den Roman nicht nur den Geschichtsinteressierten!

Avi Primor

Süß und ehrenvoll, Bastei Lübbe (Quadriga)

978-3-86995-058-7

Süße Liebe

Love
100_7604Vorsicht, dieses Buch könnte Karies verursachen! Laura Florand hat mit "Ein süßes Stück vom Glück" eine zuckersüße Liebesgeschichte fabriziert. Cade Corey, Erbin eines Schokoladenimperiums in den USA reist nach Paris um Star-Chocolatier Sylvain Marquis zu einer Zusammenarbeit zu überreden. Das geht gründlich schief. Dennoch bleibt eine ungewisse Anziehung der beiden Protagonisten und Cades Hartnäckigkeit. Cade wird zur gefeierten Schokoladendiebin (aus Liebe). Bis es zum Happy End kommt dauert es ein Weilchen. Dafür wird der Leser mit vielen detaillierten Sexszenen bei Laune gehalten.
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Der Originaltitel "The Chocolatethief" hätte viel besser gepasst. Denn um die Süße der Liebe geht es im Wesentlichen. Ich habe den Roman gerne gelesen, eine Freundin von mir wiederum brach die Lektüre ab. Die Story war ihr zu hanebüchen - und das ist sie leider auch. Dennoch ein kurzweiliges Buch, das irgendwie gerade aufgrund seiner Hanebüchheit Spaß macht. 
Besonders schön: Die Vorderseite ist aufklappbar und zeigt eine Art Stadtplan, der zum Buch und seiner Story gehört, die Rückseite ist eine Postkarte.
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Laura Florand

Ein süßes Stück vom Glück, Bastei Lübbe

 978-3-404-16839-2

Freitag, 21. Februar 2014

Über die Freundschaft

Crime
100_7603Jetzt wird es kriminell. Vielleicht auch nur im weitesten Sinne, denn die nächste Themenreihe widmet sich dem Verbrechen. Den Anfang macht Janet Clark. Ihr Roman "Schweig still, süßer Mund" (mit dem Untertitel "Thriller" wiegt den Leser zunächst in Sicherheit: Die niedlichen Blümchen auf dem Cover vermitteln den Eindruck: So schlimm wird es schon nicht werden. Aber das ist ein Trugschluss. Denn es wird wahnsinnig spannend!
Was harmlos beginnt - und für Jugendliche ab 14 Jahren als geeignet eingestuft wird - entwickelt sich zu einem rasanten Thriller mit Verwicklungen und Überraschungen. Ella nämlich, die beste Freundin von Jana ist verschwunden. Und obwohl sie sich in letzter Zeit ein wenig auseinander gelebt und entwickelt haben, will Jana das Verschwinden ihrer Freundin nicht auf sich beruhen lassen. Sie beginnt, auf eigene Faust nach ihr zu suchen und merkt dabei schnell, dass sie ihre gesamte Freundschaft in Frage stellen muss.
Natürlich wäre es kein Jugendroman, wenn es nicht auch um die Liebe ginge. Das führt aber nur zu noch mehr Komplikationen. Meine Meinung? Ein toller Thriller, nicht nur für Jugendliche! Vor allem das Cover gefällt mir, der Stilbruch zwischen niedlich und verbrecherisch. 


Janet Clark

Schweig still, süßer Mund; Loewe Verlag

ISBN 978-3-7855-7784-4

Donnerstag, 20. Februar 2014

Quiek, Teil 3

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Als ich neulich Post bekam vom S. Fischer Verlag, habe ich glückselig-lächelnd "Dumm gelaufen" von Moritz Matthies aus dem Umschlag gezogen. Zum Geburtstag im vergangenen Jahr hatte ich Teil I ("Ausgefressen") der Erdmännchen-Krimis bekommen und sofort verschlungen. Mit Teil III verhielt es sich nicht anders. Gerade mal zwei Tage habe ich gebraucht, um den Roman mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu beenden. Weinend, da ausgelesen, lachend, da ebenso toll wie die Vorgänger!
Dieses Mal werden Ray und seine Familie, zusammen mit Privatdetektiv Phil von einer trauernden Stute angeheuert. Sie glaubt, dass der Tod ihres Geliebten vorsätzlich geschah. Und ehe sich Ray, Phli und der Leser versehen, stecken sie mittendrin in einem Krimi. Der wird im Grunde mal wieder so nebenbei gelöst. Ich liebe diese Art der Krimis besonders, weil ich von den wunderbaren und liebevollen Details immer so in Beschlag genommen werde. (Hier die Erdmännchendarstellungen, deren Probleme, die Tiere im Zoo, usw.)
Für Fans von Erdmännchen, aber auch für Leser, die Romane a lá Rita Falk mögen. Ein absolutes Lesevergnügen. Ich hoffe auf mehr Bücher und gegen eine gut gemachte Verfilmung hätte ich auch nichts einzuwenden.

Moritz Matthies

Dumm gelaufen, S. Fischer Verlag

ISBN: 978-3-651-00072-8

Mittwoch, 19. Februar 2014

Literatur am Morgen

Lit
An dieser Stelle beginnt die "Literarische Reihe". 
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Einige Tage habe ich dieses Jahr schon Zeit gehabt, jeden Tag ein Blatt am Kalender "Mit deutschen Gedichten durch das Jahr 2014" vom Südwest Verlag abzureißen.  Jeden Tag hat mich ein Gedicht eines namhaften Autoren erfreut (mich als Germanistin wahrscheinlich doppelt).
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Besonders erfreut bin ich immer über Gedichte, die ich noch nicht kenne. Sie sind alle der Jahreszeit passend zugeordnet. Natürlich dürfen Goethe und Keller nicht fehlen, aber auch einige "unbekanntere" Dichter kommen zu Wort. Das Cover ziert ein Porträt von Heinrich Heine - und das verspricht viel.
365 Gedichte - ein ganzes Jahr Poesie zum Abreißen -der Traum einer Germanistin(Und natürlich bewahre ich alle auf)!
Der Abrisskalender für 2015 erscheint im Juni 2014 und kostet circa 13 €.

Dienstag, 18. Februar 2014

Als es keine Helden gab...

Crime

100_7783Einen Nachmittag habe ich gebraucht um Anna Seidels Debütroman "Es wird keine Helden geben" zu verschlingen. Das Lesen war für mich eine Qual. Ich habe in den ersten beiden Dritteln Tränen in den Augen wegblinzeln müssen, den Klos im Hals runterschlucken und ab und an eine Lesepause einlegen müssen - so sehr habe ich mit der 15-jährigen Miriam, der Protagonistin, gelitten! 
Anna Seidel, die zehn Jahre jünger ist als ich, ist hier ein richtiger Glücksgriff gelungen. Sehr mitfühlend und schonungslos erzählt sie von einem ganz normalen Schultag, der in einer Tragödie endet - Matias Staudt aus der 9. Klasse läuft Amok. Miriam selbst überlebt nur knapp, verliert aber ihren Freund Tobi und noch viel mehr an diesem Tag. Dabei fragt die Autorin ihren Leser im vertraulichen Du ganz persönliche Dinge und rührt an ihm mit der Frage: Was hättest Du getan, wer hat Schuld, wie leben?
Einschusslöcher trennen die Kapitel
Wie Miriam versucht, sich wieder ins Leben zu kämpfen, ist möglicherweise ein wenig lang geschildert, greift aber den Disput zwischen Erzählzeit und erzählter Zeit auf. Lediglich das Ende widerspricht diesem Verfahren ein wenig und geht mir persönlich zu schnell. Das tut aber meiner Empfehlung keinen Abbruch. Ein Buch, das ich in jedem Fall mit meinen Schülern lesen werde. Eine bittersüße Perle! 
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Es wird keine Helden geben, Oetinger Verlag

 978-3-7891-4746-3

Montag, 17. Februar 2014

Vollidiot, Millionär und nun Überman

fun
100_7764Fortan wird es noch ein paar weitere Besprechungsreihen nach Themen hier geben. Weiter geht es mit Spaß. Denn glücklicherweise habe ich einige lustige Bücher lesen können in letzter Zeit.
Den Auftakt mach "Überman" von Tommy Jaud. Bisher habe ich alle seine Romane verschlungen und mich besonders mit "Resturlaub" und "Hummeldumm" besonders gut unterhalten. Simon Peters, der Protagonis aus "Vollidiot", "Millionär" und "Überman" war mir bisher immer ein wenig ... unsympathisch... Das hat jaud nun mit "Überman" geändert. Meiner Meinung nach ist dies sein bisher bester Roman. Kaum eine Seite wird umgeblättert, auf der ich nicht gelacht oder geschmunzelt habe. 
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Zugegeben, der Einstieg ist etwas zäh, aber notwendig für die Story. Diese ist auch unabhängig von den Vorgängerromanen lesbar - und wie ich finde ein absolutes Muss wenn man mal wieder mit einem Buch gut unterhalten sein will. Ein absoluter Pageturner, dieser "Überman", und am Ende ist mir Simon Peters daher auch gar nicht mehr so unsympathisch, wie noch zu Zeiten von "Vollidiot". Wer sich nicht gerne fremdschämt, sollte aber unbedingt die Finger vom Roman lassen! ;-) Lieber Tommy Jaud, Danke für die tolle Unterhaltung! 

Tommy Jaud

Überman

Der Roman

ISBN: 978-3-596-19449-0