Immer wieder habe ich das VergnĂŒgen, bei meiner Freundin Rezensionen veröffentlichen zu dĂŒrfen. Ich habe das GlĂŒck, dass sie mir Vertrauen schenkt und mir wunderbare BĂŒcher ausleiht. Der Germanist hat's schwer, denn es gibt zu viele BĂŒcher, zu wenig Lebenszeit und noch weniger Geld all diese BĂŒcher zu bezahlen. Umso dankbarer bin ich fĂŒr meine Freunidn Bibliophilin, die mich mit Lesestoff versorgt. Liebe Dorota, Du weiĂt Bescheid... :) Dieses Mal habe ich "Unendlichkeiten" von John Banville gelesen.
Solange es wenigstens den Göttern dĂ€mmert…
Was wĂ€re, wenn die Götter sich zu den Sterblichen gesellen und ĂŒber ihr Erlebtes ein Buch schrieben – eine Götter-Biographie sozusagen? Genau das hat John Banville in seinem Roman „Unendlichkeiten“ gemacht. Um die Familie des sterbenden alten Adam, seinen Sohn, der ebenfalls Adam heiĂt, erzĂ€hlt er aus der Sicht eines Göttersohnes. Es geht – und das ist das Erstaunliche (oder eben auch das Banale) – wie bei den Menschen um das Eine: Liebe, Sex, das Leben und das Sterben. Lediglich vor dem Hintergrund, dass die Götter weder sterblich, noch zur Liebe fĂ€hig sind. Das Leid der Götter mischt sich mit dem Menschlichen. FĂŒr meinen Geschmack vernachlĂ€ssigt Banville das dann aber zu schnell wieder. Er verlangt viel Wissen von seinen Lesern und detailfixiertes Lesen. Er selbst aber verliert sich in ausschmĂŒckenden Details. EnttĂ€uscht hat mich vor allem das Ende des Romans, das ich als zu kitschig empfunden habe – und als doch verhĂ€ltnismĂ€Ăig unpassend. Banville reiĂt in dem dicken Roman zu viele Geschichten seiner Protagonisten an. Sobald der Leser sich auf eine Geschichte eingestellt hat, wird sie ausgeblendet und von einer anderen ĂŒberlagert. Meistens zusĂ€tzlich kommentiert von Hermes, dem ErzĂ€hler – wobei auch die ErzĂ€hlerfigur nicht immer eindeutig ist.
Es ist schwer, den Roman wieder zu geben. Es ist aber noch schwerer zu sagen, dies sei ein schlechter Roman. Aber so recht aufrichtig will ich auch nicht sagen, dass es ein guter Roman ist. Lesenswert ist er. Wenngleich auch besser nur in Etappen. Warum kann ich nicht genau sagen. Vielleicht ist es das Göttliche, das Banville in den Roman gepackt hat. Diese BĂŒrde lastet irgendwie auf der ErzĂ€hlung, die im Grunde auch auf weniger Seiten abzuhandeln wĂ€re. Dennoch kann man sich dem Charme eben dieser nicht erklĂ€ren – wahrscheinlich haben doch die Götter ihre Finger im Spiel!
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Meine FreundinDorota fĂŒgt meiner Rezension Folgendes hinzu: "Marissas Worte zum Buch fassen gut zusammen, was auch ich beim Lesen empfunden habe. Dennoch möchte ich dem noch ein paar Worte hinzufĂŒgen. “Unendlichkeiten” ist mein erster Roman von John Banville, den ich gelesen habe. Der Autor hat mich mit seinem flĂŒssigen Schreibstil begeistert und mit seinem Humor um den kleinen Finger gewickelt. Ich habe es genossen, mir das Geschehen von Hermes, dem Götterboten, erzĂ€hlen zu lassen. Vor allem den Einstieg in die Geschichte habe ich als sehr gelungen empfunden.
Es gibt bereits viele BĂŒcher, die von Liebe und Sterben, von Familie und Tod, von den menschlichen UnzulĂ€nglichkeiten erzĂ€hlen. Was “Unendlichkeiten” jedoch besonders und lesenswert macht, ist die ErzĂ€hlperspektive, die bewirkt, dass ich das Werk aus der Masse hervorheben möchte.
Es gibt bereits viele BĂŒcher, die von Liebe und Sterben, von Familie und Tod, von den menschlichen UnzulĂ€nglichkeiten erzĂ€hlen. Was “Unendlichkeiten” jedoch besonders und lesenswert macht, ist die ErzĂ€hlperspektive, die bewirkt, dass ich das Werk aus der Masse hervorheben möchte.
“Unendlichkeiten” ist zwar mein erstes, wird aber definitiv nicht mein letztes Buch von John Banville bleiben".
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Im Ăbrigen gilt noch immer: Abstimmen, dass die Fetzen fliegen! "Mannheim, jenen Abend" und ichsind dabei beim neuen Buchpreis 2012. Abstimmen geht hier: http://www.epubli.de/shop/buch/Mannheim-jenen-Abend-Marissa-Conrady-9783844216653/13552. Abstimmen und weitersagen!!

