Freitag, 1. Januar 2016

Allen Freunden und Bekannten, Lieben, Lesern und Verwandten einen guten Rutsch ins Jahr 2016. Vielen Dank fĂŒr viele Erinnerungen und Emotionen. Auf ein gutes Jahr, das kommt!

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Freunde, komme was wolle!

"Freunde, komme was wolle!", das haben sich auf dem Schulhof einst May und Libby geschworen. FĂŒr May geht diese Freundschaft weit hinaus ĂŒber Libbys tragischen Tod. Denn auch Jahre spĂ€ter kann May sich damit einfach nicht abfinden. Als dann noch ein Sticker mit der Figur "Princess X" auftauchen, die May und Libby einst gemeinsam erschaffen haben, ist May restlos ĂŒberzeugt: Libby ist am Leben!

Und so macht sich May auf die Suche nach ihrer Freundin. Schnell kommt sie im Internet auf eine FĂ€hrte, die sie nichts Gutes ahnen lĂ€sst. Wurde Libbys Mutter ermordet und Libbys Tod nur vorgetĂ€uscht? Mit Hilfe von Trick taucht May immer weiter in  die Tiefen des WorldWideWebs ein und in einen Internetcomic, der auf den Zeichnungen ihrer Kindheit basiert. Aber, wird sie ihre beste Freundin tatsĂ€chlich finden?

Cherie Priest hat einen fesselnden Jugendroman geschrieben. Besonders macht ihn aber, dass die ErzĂ€hlung auch auf einigen Seiten als Comic weiter erzĂ€hlt wird. Das war fĂŒr mich neu und daher so lesenswert.

Ich bin Princess X, Bloomoon
ISBN: 978-3-8458-1229-8
ErhÀltlich ab Januar 2016



Mittwoch, 2. Dezember 2015

Adventskalender


In diesem Jahr gibt es meinen Adventskalender auf facebook zum Sofortöffnen.

Kommt vorbei und gebt der Seite ein Like.
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1025022297518696.1073741834.154763577877910&type=3

Donnerstag, 12. November 2015

Das Buch der BĂŒcher

dbdvdBekanntlich weine ich ja ziemlich oft beim Lesen. Auch danach dann noch. Und oft verfolgen mich (gute) BĂŒcher. So soll es ja auch sein, von schönen Dingen lĂ€sst man sich gerne verfolgen. Als meine Chefin mir "Das Buch der verlorenen Dinge" als Geschenk auf den Schreibtisch legte, ahnte ich nicht, wie sehr mich dieser Roman verfolgen, wie sehr ich weinen wĂŒrde. Dieses Jahr mit Abstand mein Highlight im BĂŒcherregal ist das Buch der BĂŒcher von John Connolly!
Besonders hat mir gefallen, wie aus allen Seiten der Geschichte die Liebe zu BĂŒchern, zu Worten und zum ErzĂ€hlen sprachen. Denn der kleine Protagonist David liebt BĂŒcher. Dank seiner Mutter weiß er sie sehr zu schĂ€tzen. Doch der Tod seiner geliebten Mama verĂ€ndert alles. Davids Vater heiratet erneut, ein kleiner Bruder wird geboren und David lebt im Haus der Familie seiner Stiefmutter. Das Einzige, das er noch hat, sind die BĂŒcher in seinem Zimmer, die er sprechen hören kann. Eines Tages sieht er den Krummen Mann im Haus umhergehen und schließlich hĂ€lt David es nicht mehr aus: Er folgt der Stimme seiner Mutter in den Garten und hinein in ein Loch in einem Baum - und gerĂ€t in eine mĂ€rchenhafte Welt. Allerdings entpuppt sich diese Welt schnell als eine böse MĂ€rchenwelt, in der nichts so ist, wie man es aus den ErzĂ€hlungen kennt. David erfĂ€hrt, um zurĂŒck zu gelangen ins seine Welt, muss er dieses Land durchqueren und den König finden. Denn der König ist im Besitz des Buches der verlorenen Dinge, in dem stehen soll, wie David nach Hause finden kann.
Also macht David sich auf den Weg und muss mehr als einmal ums Überleben kĂ€mpfen. Das Schöne am Roman ist, dass er nicht mit einem Happy End belanglos endet, sondern den Leser auch wissen lĂ€sst, was aus allen handelnden Personen geworden ist.
Mit Abstand mein Lieblingsbuch des Jahres 2015!

Das Buch der verlorenen Dinge, Ullstein

Mittwoch, 11. November 2015

Der Mensch Faber

Walter Faber ist Techniker mit Leib und Seele, wobei er an die Seele nicht so recht glauben mag. Wie gesagt, er ist Techniker. Aber auch in seiner Brust wohnt mehr als ein Walter Faber, nĂ€mlich der Mensch, der Vater, der Mann und eventuell einer, der lieben kann. Daher verwundert es nicht, dass im Nationaltheater Mannheim gleich vier Walter Faber auf der BĂŒhne stehen. 

»Ich glaube nicht an FĂŒgung und Schicksal, als Techniker bin ich gewohnt mit den Formeln der Wahrscheinlichkeit zu rechnen. Wieso FĂŒgung?« (Walter Faber)

Ein wenig verwirrend ist das teilweise schon, wenn  Michael Fuchs (mit vollem  Körpereinsatz der sympathischste Faber, wenn auch ein bisschen weniger Nacktheit nicht schlecht gewesen wĂ€re), Jacques Malan (vielleicht der beste "alternde" Faber, Boris Koneczny (mit Abstand der emotionalste Faber) und der wunderbare Reinhard Mahlberg mit der unverwechselbaren Stimme. Er ist der  ĂŒberzeugendste, glatteste Faber, dennoch gleichen sich alle vier zu sehr, um sich drastisch abheben und einen Charakter Fabers hervorheben zu können; alle auch Nebenfiguren Herbert, Williams, ein Kellner und der Jugendfreund Joachim.

DSC_0004Wunderbar lasziv, Almut Henkel, mal als Fabers Freundin Ivy, dann tough als allein erziehende Mutter von der gemeinsamen Tochter mit Faber, Hanna. Ein wenig zu aufsĂ€ssig, zu wenig verletzlich, Carmen Witt als Sabeth, die das alles aber wieder durch ihren Charme und ihre wunderschöne Singstimme wieder ausgleicht. 

"Ich hatte ganz vergessen, dass jemand so jung sein kann" (Walter Faber)

Der Schwerpunkt des StĂŒckes nach dem Roman von Max Frisch liegt in Mannheim ganz klar nicht auf der verbotenen Liebesbeziehung zwischen Vater und Tochter, sondern vielmehr auf der Person Walter Faber. Sympathischer wird er dadurch nicht, auch verliert Sam Shepards Verkörperung in der Verfilmung von 1991 nicht an Anziehungskraft. Ganz schafft es das StĂŒck nicht an diese Verfilmung heran, irgendwie fehlen die GĂ€nsehautmomente und dennoch hat es gefallen. Vergleiche sind hier ohnehin nicht angebracht, eine Entscheidung zwischen den beiden unmöglich. Immer wieder will ich danach das alte Schulbuch aus dem Regal nehmen und wieder eintauchen in die kalte, tragische Welt des Menschen Faber.

http://www.nationaltheater-mannheim.de/de/schauspiel/stueck_details.php?SID=1961

Samstag, 10. Oktober 2015

Liebe &Liebe

Wie angekĂŒndigt, wĂŒrde ich mich nun noch an dieser Stelle ĂŒber einen weiteren Roman von John Green auslassen. Dieses Mal den Roman "Will & Will", aus der Kooperation mit David Levithan. 
DSC_0001Ein wenig verwirrend und zĂ€h beginnt der dicke WĂ€lzerja, das muss ich zugeben. ZunĂ€chst wird man nicht so recht schlau aus all den beteiligten Personen. Dann aber wird klar, parallel wird von zwei Jungen erzĂ€hlt, die beide Will Grayson heißen und in Chicago leben. Sie sind beide mitten in der PubertĂ€t und haben beide ein Problem mit der Liebe. Also beschließen sie unabhĂ€ngig von einander - denn sie kennen sich NOCH nicht - dass sie sich auf Romantik nicht einlassen werden.
WĂ€hrend Will Grayson I in Jane verliebt ist, sich dabei noch mit seinem nervigen, aber liebenswerten, Freund Tiny herum schlagen muss, ist Will Grayson II online unterwegs und sucht dort die große Liebe. Letztlich kommt es fĂŒr beide zum großen Outing. Letztlich fallen beide irgendwie, mehr oder weniger, auf die Nase. Und das alles Ă€ndert sich, als Will & Will eines Abends ganz zufĂ€llig aufeinander treffen...
Ein warmes Buch ĂŒber die ersten Versuche in der Liebe, ĂŒber das Schwul- und Normalsein, eben ein typischer John-Green-Roman, der mit SilberfĂ€den einer anderen Tonart durchsetzt ist. Ein lesenswerter Roman, wenn auch nicht mein John-Green-Highlight (wie auch, nach Margo?). In diesem Sinne: "Nur wer Liebe wagt, kann Liebe gewinnen".

JOHN GREENDAVID LEVITHAN

Will & Will, cbt

ISBN: 978-3-570-30885-1

Freitag, 9. Oktober 2015

Habenwollen und Gierigsein

Vom Habenwollen und Gierigsein erzÀhlt Ingrid Noll in ihrem Roman "Hab und Gier", aber nicht nur davon. Wie gewohnt gibt es Leichen bei der Lady of crime. Wie gewohnt spielt die Handlung in der Region. Und diese Mischung ist es, die mich immer wieder so fasziniert an den Romanen Nolls.
hugDieses Mal erzĂ€hlt sie aus der Perspektive der alternden Bibliothekarin Karla, die ein durchaus verlockendes Angebot erhĂ€lt: Wenn sie ihren todkranken Kollegen Wolfram bis zu dessen Tod pflegt, wird sie seine Erbin. Karla willigt letztlich ein und Wolfram erhöht zweimal den "Spieleinsatz" und seine Bitten an Karla. Denn, bringt sie ihn schließlich gemĂ€ĂŸ seiner speziellen WĂŒnsche ins Jenseits, erbt sie mehr als nur einen Teil seines beachtlichen Vermögens: Sie wird Alleinerbin einer Villa in Weinheim. Karla willigt ein, Wolfram zu pflegen, und wird schnell Opfer von Gier und Habenwollen - aber nicht nur ihrerseits. 
Böse, spitzfindig und brillant wie lange nicht, hat Ingrid Noll hier eine Geschichte gewoben, die man nicht einmal mehr aus der Hand legen will, bis zum bitteren Ende. Sie knĂŒpft hier endlich wieder an, an die zu Recht umjubelten Romane ihrer Anfangszeiten!

Ingrid Noll
Hab und Gier, Diogenes

ISBN978-3-257-24311-6