Auch an der Mannheimer Abendakademie gibt es ein schönes, öffentliches Bücherregal
Montag, 13. November 2017
Freitag, 6. Oktober 2017
Der King lebt! Vielleicht
Elvis has not left the building, ladies and gentlemen!
Das kann Tobias Geigenmüller in seinem Roman beweisen. Der Autor, der nach Elvis' (vermeintlichem) Tod zur Welt kam, hat nämlich recherchiert und berichtet von Elvis neuem Leben, fern ab des Starruhms. Vielleicht hat er sich aber doch einfach alles nur ausgedacht?
Denn aberwitzig ist das schon, durch welche Szenarien Geigenmüller den King in seinem Roman "Das ziemlich lebendige Leben des vermeintlich toten Elvis", pünktlich zum 40. Todestag erschienen, da jagt.
Anfänglich war ich skeptisch. Hatte ich das Buch als Elvis-Fan unbedingt haben müssen, gefiel mir auf den ersten Seiten überhaupt nicht, welchen Ton der Autor Elvis in den Mund legte. Dann aber gab ich mir einen Ruck und las den Roman um seiner Geschichte Willen. Und, wie gesagt, die ist durchaus aberwitzig. Elvis hat nämlich keinen Bock mehr darauf Elvis zu sein und fingiert seinen eigenen Tod. Nur wenige Eingeweihte wissen davon und so kann Elvis anfangen, ein bescheidene(re)s Leben zu führen - wenn er nur wüsste, wie das geht.
Er macht sich sozusagen auf back to his roots und beginnt als LKW-Fahrer von vorne. Aber schnell langweilt ihn die Routine und er schmiedet neue Pläne. Gejagt von Colonel Parker reist er weit und erlebt viel. Wie und was das unter anderem mit Michael Jackson, David Hasselhoff und dem Mauerfall zu tun hat, muss jeder selbst heraus finden.
Letztlich hat mich das Buch nicht überzeugt, wahrscheinlich hatte ich aber auch viel zu hohe Erwartungen. Wenn man diese herunter schraubt, ist es durchaus sehr unterhaltsam!
Und wenn Elvis nicht nochmal gestorben ist, dann lebt er noch heute!
Der Autor hat noch Einiges an Informationen zusammen gestellt, ein toller Link zur Unterhaltung (bei Rowohlt):
https://www.rowohlt.de/news/was-sie-schon-immer-ueber-elvis-presley-wissen-wollten.html
Das kann Tobias Geigenmüller in seinem Roman beweisen. Der Autor, der nach Elvis' (vermeintlichem) Tod zur Welt kam, hat nämlich recherchiert und berichtet von Elvis neuem Leben, fern ab des Starruhms. Vielleicht hat er sich aber doch einfach alles nur ausgedacht?
Denn aberwitzig ist das schon, durch welche Szenarien Geigenmüller den King in seinem Roman "Das ziemlich lebendige Leben des vermeintlich toten Elvis", pünktlich zum 40. Todestag erschienen, da jagt.
Anfänglich war ich skeptisch. Hatte ich das Buch als Elvis-Fan unbedingt haben müssen, gefiel mir auf den ersten Seiten überhaupt nicht, welchen Ton der Autor Elvis in den Mund legte. Dann aber gab ich mir einen Ruck und las den Roman um seiner Geschichte Willen. Und, wie gesagt, die ist durchaus aberwitzig. Elvis hat nämlich keinen Bock mehr darauf Elvis zu sein und fingiert seinen eigenen Tod. Nur wenige Eingeweihte wissen davon und so kann Elvis anfangen, ein bescheidene(re)s Leben zu führen - wenn er nur wüsste, wie das geht.
Er macht sich sozusagen auf back to his roots und beginnt als LKW-Fahrer von vorne. Aber schnell langweilt ihn die Routine und er schmiedet neue Pläne. Gejagt von Colonel Parker reist er weit und erlebt viel. Wie und was das unter anderem mit Michael Jackson, David Hasselhoff und dem Mauerfall zu tun hat, muss jeder selbst heraus finden.
Letztlich hat mich das Buch nicht überzeugt, wahrscheinlich hatte ich aber auch viel zu hohe Erwartungen. Wenn man diese herunter schraubt, ist es durchaus sehr unterhaltsam!
Und wenn Elvis nicht nochmal gestorben ist, dann lebt er noch heute!
Der Autor hat noch Einiges an Informationen zusammen gestellt, ein toller Link zur Unterhaltung (bei Rowohlt):
https://www.rowohlt.de/news/was-sie-schon-immer-ueber-elvis-presley-wissen-wollten.html
- Das ziemlich lebendige Leben des vermeintlich toten Elvis, Tobias Geigenmüller
- Rowohlt, ISBN 978-3871341816
Samstag, 19. August 2017
Teenieroman mit Erwachsenenpotential
Kim, 15 Jahre alt und ein typisch muffeliger Teenie ist die Protagonistin dieser Geschichte von Alina Bronsky. Eigentlich hat sie gar keinen Bock auf gar nix und eigentlich auch keinen Plan vom Leben. Ein Buch lesen kommt für sie niemals in Frage. Bis sie mit der Schule zu einer Lesung gehen muss - und in dem Buch der etwas unsympathischen Autorin Leah Eriksson geht es augenscheinlich um Kims eigenes Leben!
Das kann sie gar nicht glauben und muss sich den Roman selbst besorgen. Bis vor kurzem wäre das noch undenkbar gewesen - und auch ihre beste Freundin Petrowna hält Kim für durchgeknallt. Bis Kim sie überzeugt: Denn von der Scheidung der Eltern, bis hin zum neuen Baby des Vaters stimmt so ziemlich alles. Am Ende aber nimmt der fiktive Roman eine Wendung, die weder Kim noch Petrowna akzeptieren wollen - und so schreiten sie ein, die Geschichte umzuschreiben. Denn ihr Klassenkamerad Jasper soll am Ende des Romans sterben... Irrwitzig, und trotzdem noch etwas zu seicht für meinen Geschmack - die beiden Mädels hätten Potenzial gehabt!, verändern die beiden die Geschichte. Was zunächst an "Wenn Du stirbst zieht Dein ganzes Leben an Dir vorbei, sagen sie" erinnert, kommt allerdings nicht so richtig in Fahrt. Das ist schade, denn der Roman ist durchaus witzig und temperamentvoll.
In "Und Du kommst auch drin vor" erzählt Bronsky mit der Stimme eines muffeligen Teenagers - das führt dazu, dass man als Leser nicht immer gleich kapiert, was Kim will, aber gerade das macht den Charm des Romans aus, der eigentlich ein Teenagerroman ist. Durchaus lässt sich hier aber auch als Erwachsene etwas abgewinnen.
Das kann sie gar nicht glauben und muss sich den Roman selbst besorgen. Bis vor kurzem wäre das noch undenkbar gewesen - und auch ihre beste Freundin Petrowna hält Kim für durchgeknallt. Bis Kim sie überzeugt: Denn von der Scheidung der Eltern, bis hin zum neuen Baby des Vaters stimmt so ziemlich alles. Am Ende aber nimmt der fiktive Roman eine Wendung, die weder Kim noch Petrowna akzeptieren wollen - und so schreiten sie ein, die Geschichte umzuschreiben. Denn ihr Klassenkamerad Jasper soll am Ende des Romans sterben... Irrwitzig, und trotzdem noch etwas zu seicht für meinen Geschmack - die beiden Mädels hätten Potenzial gehabt!, verändern die beiden die Geschichte. Was zunächst an "Wenn Du stirbst zieht Dein ganzes Leben an Dir vorbei, sagen sie" erinnert, kommt allerdings nicht so richtig in Fahrt. Das ist schade, denn der Roman ist durchaus witzig und temperamentvoll.
In "Und Du kommst auch drin vor" erzählt Bronsky mit der Stimme eines muffeligen Teenagers - das führt dazu, dass man als Leser nicht immer gleich kapiert, was Kim will, aber gerade das macht den Charm des Romans aus, der eigentlich ein Teenagerroman ist. Durchaus lässt sich hier aber auch als Erwachsene etwas abgewinnen.
Und Du kommst auch drin vor, DTV
Alina Bronsky
ISBN 978-3-423-76181-9
Mittwoch, 11. Januar 2017
Na dann, guten Appettit!
Irgendwie muss Nelly über die Runden kommen. Mit Mitte 30, zwei Kindern und ohne Mann, dafür mit abgebrochenem Studium, sind ihre Chancen gering. Aus der Not also entwickelt sie eine Tugend und eröffnet an der Bergstraße einen "Mittagstisch"; inoffiziell versteht sich. Bal stehen die zahlenden Gäste Schlange. Darunter auch der gut aussehende Elektriker Markus, leider in Begleitung der unausstehlichen Gretel, seiner Freundin. Doch um Gretel muss sich Nelly bald nicht mehr sorgen, immerhin weiß sie von deren Erdnussallergie.
Den Menüplan aufzustellen wird bald Nellys kleinstes Problem, denn um Markus' Gunst buhlt nicht nur sie. Wäre da nicht "der Kapitän", Nelly wäre ganz schön aufgeschmissen. Immerhin taucht dann noch zu allem Übel der Vater ihrer Kinder wieder auf und will diese mit in die USA nehmen. Typisch Ingrid Noll weiß sich ihre Protagonistin aber gewitzt zu helfen. Dies ist der einzige Überraschungsmoment im Roman, alles andere ist vorhersehbar, aber dennoch toll zu lesen. Endlich wieder ein gelungener Roman der Grand Dame des deutschen (und lokalen) Krimis! Einzig das Ende kommt verhältnismäßig schnell daher, als ob ein zügiges Ende der Autorin gerade gelegen gekommen wäre. Das ist schade und ein wenig enttäuschend. Aber immerhin habe ich mir mit diesem Roman mal wieder eine Nacht um die Ohren geschlagen.
Wohl bekomm's!
Ingrid Noll
Der Mittagstisch, Diogenes
ISBN 978-3-257-24370-3
Mittwoch, 4. Januar 2017
Zwölf Mal Sehnsucht
Zwölf Tage hat Juli Zeit, um abzuschließen mit dem was war. Oder um neu anzufangen. Denn Jakob kommt. Mit einer kurzen Email hat er sein Kommen angekündigt. Einfach so. Nach all der Zeit. Und nachdem er ihr damals das Herz gebrochen hat.
Zwölf Tage, das heißt in Julis seltsamen und unorganisierten Leben, zwölf Begegnungen mit unterschiedlichen Menschen, darunter ihr Zahnarzt, Mutter und Vater, sowie Nachbarn. In zwölf kleinen Kapiteln arbeiten wir mit Juli wie in einem Adventskalender die Tage bis hin zum Wiedersehen ab - und am Ende stockt uns mit Juli der Atem.
Astrid Rosenfeld hat mit diesem Roman einmal mehr ein Buch geschrieben, dass ich geradezu verschlungen habe. Es ist kurz, leider, fast wie in einer short story werden die Leser hineingeworfen in Julis Geschichte und man muss sich erst einmal zurecht finden. Dann aber will man eigentlich mehr - und bleibt doch alleine zurück.
Der Roman ist melancholisch, lustig, manchmal absurd, aber ebenso fesselnd und auf seine Art immer wieder traurig. Ein Buch, das ich immer wieder lesen möchte. Besonders die vielen klugen Zitate, welche die Kapitel beenden.
Astrid Rosenfeld
Zwölf Mal Juli, Diogenes
ISBN 978-3-257-06935-8
Mittwoch, 21. Dezember 2016
Frohe Weihnachten!


Allen Lesern, Freunden und Familienmitgliedern wünsche ich auf diesem Wege schon einmal besinnliche und friedvolle Weihnachten. Außerdem wünsche ich einen guten Start in das kommende Jahr und die Stärke, es zu bewältigen.

Wer nachträglich noch ein paar Geschenke machen will, ich habe Bücher vorrätig, da nach vielen Jahren die Buchbinderei J. Bach in Wald-Michelbach schließt. Ein Teil meiner Kindheit wird damit abgeschlossen. Auf diesem Weg noch einmal Danke für alles an Frau Bach!

Bücher gibt es wie immer über mich.
Auch andere Romane, die nicht abgebildet sind, können natürlich über mich gekauft werden. Ansonsten, wie üblich, unter http://www.epubli.de/shop/autor/Marissa-Conrady/1491





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Dienstag, 7. Juni 2016
Den Tod betrügen, ist eine schlechte Idee
Den Tod betrügen, ist eine schlechte Idee. Das erfährt auch der brummige Brandner Kaspar. Reinhard Mahlberg verkörpert ihn unsympathisch und sympathisch zugleich. Ganz anders, als ich es von ihm gewohnt bin. Darauf muss man sich erst einmal einstellen, wie auf das gesamte Stück "Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben" überhaupt. Denn es ist in bayerischer Mundart gehalten und daher schon erst einmal gewöhnungsbedürftig. Dass es gelingt, sich darauf einzulassen, dafür sorgt das NTM-Ensemble bestens.
Das Stück rangiert zwischen Komödie und Tragödie, das aber gelingt ihm perfekt. Die traurigen Aspekte werden von lustig-skurrilen Momenten abgelöst, aber am Ende klingen sie nach. Denn, den Tod überlistet zu haben, ist zwar der Traum der Menschheit, aber wie sinnig ist es, das fragt man sich am Ende.
Der verschuldete Brandner Kaspar ist 72 Jahre mehr schlecht als recht durchs Leben gekommen, wahrscheinlich zum Teil auch hier nur mit miesen Tricks. Als eines Tages der Tod, der »Boanlkramer«, kommt, um ihn zu holen, weiß er ihn zu betrügen. Der Tod ist aber auch leicht zu betrügen, irgendwie ist er, wie die Bayern sagen würden, "a Depp", und Boris Koneczny verkörpert ihn wunderbar tollpatschig und irgendwie sogar liebenswert, ja sogar Mitleid hat man an einigen Stellen mit ihm. Und bei viel Kirschschnaps lässt er sich also von dem Alten um 18 Lebensjahre betrügen - mit ungeahnten Folgen für alle!
Für den Brandner Kaspar beginnt ein Leben ohne Todesfurcht, denn ER kann ja nicht sterben... Aber seine geliebte Enkelin Marei (die, wie immer wunderbare Katharina Hauter, die für die 24-jährige Marei aber irgendwie zu erwachsen erscheint), die kann schon sterben. Und plötzlich findet sie sich im Vorhof zum Himmel wieder, mit allerlei irrwitzigen Gestalten (in Doppelrollen: Stefan Reck, herrlich: Jacques Malan, Sven Prietz und Almut Henkel).
Aber auch dort bleibt der Trick bzw. Irrtum nicht lange unbemerkt und der Tod wird von Petrus aufgefordert, seinen Auftrag endlich auszuführen. Aber, Spielschulden sind schließlich auch zwischen Himmel und Hölle Ehrenschulden, Der Tod, an seine Spielschuld gebunden, muss nun seinerseits zu einer List greifen. Er lockt den Alten − nur zum »Anschauen«, wie er sagt, − in den Vorhof des Paradieses. Der Brandner Kaspar ist von der himmlischen Örtlichkeit so überwältigt, dass er unbedingt bleiben will. Doch zuerst muss das Himmlische Gericht über seine irdischen Sünden urteilen…
Es gibt viele Szenen, die aus dem Stück hervor gehoben werden müssten, nicht zuletzt die absurden Szenen im Himmel (Halleluja an dieser Stelle an Jacques Malan, er weiß schon, warum).
Aber auch das Bühnenbild verdient besondere Erwähnung. Es mag mühsam sein, dem Bayerisch zu folgen und ein wenig unzufrieden geht man mit dem Ende des Stücks nach Hause, aber das, ist es alle Mal wert!
Termine und Karten für das Stück gibt es hier: http://www.nationaltheater-mannheim.de/de/schauspiel/stueck_details.php?SID=2274
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