Jeder Mensch ist eine Geschichte, aber was passiert mit diesen Geschichten, wenn der Mensch stirbt? Dafür gibt es in Vitcoria Schwabs Welt ein Archiv, in diesem werden alle Geschichten eingelagert. Chronik nennt sich das und sieht aus wie der jeweilige Mensch selbst- ein perfektes Abbild des Verstorbenen, das alle seine Erinnerungen und sein Wissen beinhaltet. Aber es ist eben nur ein unmenschliches Abbild. Manchmal kann es passieren, dass eine Chronik aufwacht und versucht in die Außenwelt zu gelangen. Dazu muss sie die sogenannten Narrows passieren. Dort gibt es Türen, die in die Welt der Menschen zurück führen würden, aber auch "Retoure"-Türen. Alle Türen können nur von Wächtern geöffnet werden. Eine Wächterin ist die 16-jährige Mackenzie [deren Spitzname Mac meinem Zeitungskürzel entspricht und das auch für mich manchmal ein Spitzname ist. Was ich irgendwie immer spannend finde, wenn Ähnlichkeiten mit dem eigenen Leben auftauchen]. Mackenzie ist "Das Mädchen, das Geschichten fängt"; zumindest in dem ihr zugewiesenen Bereich. Ihr verstorbener Großvater hatte sie zu seinem Nachfolger bestimmt.
Nach dem Unfalltod ihres kleinen Bruder sind Mackenzie und ihre Eltern umgezogen. Und in ihrem neuen Zuhause, einem ehemaligen Hotel, häufen sich plötzlich die ausgebüchsten Chroniken. Für Mac wird es immer gefährlicher, sie zurück zu bringen ins Archiv. Bis es letztlich ganz brenzlig wird... Ein spannendes Buch, dessen mehr als 400 Seiten ich in einem Rutsch verschlungen habe - und für das ich eine Nacht opferte. ;-)
Auch hier ist einmal wieder das Cover wunderschön. Jedes Kapitel ist mit einem tollen Header überbildert. Leider ist aber auch hier einmal mehr der deutsche Titel ein wenig irreführend. Im Deutschen klingt der Roman irgendwie sanfter, als er tatsächlich ist. Dennoch, meine absolut uneingeschränkte Leseempfehlung!VICTORIA SCHWAB
Das Mädchen, das Geschichten fängt, Heyne
ISBN: 978-3-453-41033-6
Ich glaube, dass die Englischen Feinheiten für uns deutsche Leser nicht greifbar sind. Im Beifach mit Anglistik bis zum Master ist man sensibler für die Sprache und ihre Feinheiten. Was bei uns teilweise besserwisserisch klingt (etwa Hazel und Augusts im Gespräch), scheint mir im Original überhaupt nicht besserwisserisch. Das liegt daran, dass die deutsche Sprache leider nicht die wunderbaren Nuancen des Englischen ausdrücken kann.




Dazu kommen gehörige Portionen Spannung, Magie und, wie bei den Menschen, Irrungen und Wirrungen in anderen Lebensbereichen der Katzen. Mit viel Liebe zum Detail sind die Clans und ihre einzelnen Mitglieder aufgeführt und beschrieben. Das ist am Anfang ein wenig verwirrend, was sich aber schnell legt. Ein Buch, bzw. eine Reihe, die ich nicht nur Jugendlichen ans Herz legen kann!
