Samstag, 18. September 2010

Der letzte Amerikaner

Auf vielfachen Wunsch finden Sie hier ab sofort eine Leseprobe aus "Der letzte Amerikaner". Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass ich nur fragmentarisch veröffentlichen kann und möchte.
Für Kommentare können Sie mich gerne kontaktieren. Eine ausführlichere Leseprobe steht auf der Website www.epubli.de zur Verfügung. Bei Ansichtsproblemen wenden Sie sich bitte an das Unternehmen selbst! Ich möchte außerdem darum bitten, Kommentare, die sich NICHT auf den Inhalt beziehen, zu vermeiden bzw. mir diese selbst mitzuteilen. Die Vergabe der "Sternchen" sollte eigentlich als Richtlinie für potenzielle Käufer dienen.



I.
Lieber Jamie, dies ist Teil meiner Schreibtherapie. Wundere Dich nicht über die Intensität der Texte oder den Unsinn, den ich von mir gebe.
Also, los geht’s.

Lieber Jamie, 22.12.2002, 00:35 Uhr

ob Du dies jemals lesen wirst? So ein Unsinn. Ich weiß genau, dass Du dies hier nicht lesen kannst. Ich stelle mir aber vor, dass Du hinter mir stehst, während mein Stift über das Papier gleitet. Denn, so oder so, die Zeilen müssen geschrieben werden.
Ich will keinen Liebesbrief schreiben, dazu fehlen mir die Worte. Worte, die noch niemand zuvor gesagt hat. Und trotzdem muss ich Dir sagen, ich liebe Dich. Ich wünschte, wir würden uns besser kennen. Gleichzeitig glaube ich, Dich schon so gut zu kennen, denn ich hatte genügend Zeit, Dich zu studieren.
Du bist perfekt. Finde ich; auch, wenn es pathetisch klingt. Du bist höflich und freundlich, manchmal so abwesend, dass Du niemanden bemerkst, gut gelaunt am Morgen, nachdenklich, und wenn Du lächelst, lächeln auch Deine Augen. Ihr Blau ist unerreicht. Deine Stimme ist kräftig, nur, wenn Du Deutsch sprichst, wirst Du leiser und klingst so schüchtern, dass ich nicht umhin komme, als Dich noch liebevoller zu betrachten. Du kleidest Dich geschmackvoll und bist humorvoll, nur rote Ampeln ignorierst Du. Nachdenklich kratzt Du Dich am Bauch, am Hals oder fährst Dir durch das Haar.
Einige Seiten könnte ich füllen und ich zögere doch, das alles aufzuschreiben. Ich tue es auch nicht für Dich, sondern für mich, um mich an Dich zu erinnern. Ich möchte mich Dir zu Füßen werfen, Dir zeigen, ich bin die Deine, das Beste sein, was ich kann und doch bin ich zurückhaltend. Ich will Dich nicht abschrecken, Dich nicht schlecht denken lassen von mir. Mit Dir möchte ich Dinge tun, die besser unausgesprochen bleiben. Ich möchte Deine Familie kennen lernen und ihnen sagen, welchen Schatz sie in ihrer Mitte haben.
Vielleicht hast Du es manchmal in meinen Augen gesehen. Denn, wenn ich Dich ansah, trat ein liebevoller Ausdruck in sie, den auch ich noch nicht kannte. Ich wünschte, Du hättest ihn jedes Mal gesehen und verstanden. Was sonst konnte ich tun, als Dich ansehen, während jede Faser meines Körpers so laut wie möglich schrie: „Liebe mich“! Denn ich liebte Dich.

Ich war zuvor verliebt und auch verletzt. Nie hätte ich gedacht, dass ich jemand Anderen lieben könnte. Bis Du an diesem Morgen in mein Leben kamst. Ich habe mich verletzlich gemacht und vielleicht auch einen Narren aus mir. Doch, wer kann schon sagen, was richtig und was falsch ist, wenn Liebe im Spiel ist? Du bist mir ein Fremder (gewesen) und plötzlich sehe ich in Dir genau den Menschen, dem ich alles von mir sagen will. Du sollst mich kennen, wie selbst ich mich nicht kenne. Ich will die Mutter Deiner Kinder sein, die Person, die das Gegenstück zu Deinem Ring trägt.
Ich wünschte, wir würden reden und nicht nur sprechen, lachen und nicht bloß lächeln, wissen und nicht bloß kennen; ich wünschte, wir hätten irgendwo eine zweite Chance.
Und, wenn ich Dich auf ewig nur betrachten kann, dann will ich das tun, um Dich am Ende der Ewigkeit aus dem Gedächtnis malen zu können.
Und, wenn ich Dir nur Eines sagen darf, dann will ich sagen: Erinnere Dich an mich, ich bin Dein.
Oft halte ich inne und bitte um einen Moment mit Dir. Ich kann nicht glauben, dass wir uns begegnet sind, um einander zu verlieren. Das darf es nicht gewesen sein. Du hast mein Leben verändert, mich Dir verfallen gemacht.
Ich bin nur ein Träumer und bei Weitem nicht perfekt, aber ich kann Dir etwas geben, das Dich noch perfekter macht: Liebe. Im Austausch bitte ich Dich nur, mich mit dem zu lieben, was Du für mich aufbringen kannst. Es wird mir genügen.
Ach, Jamie, ich schreibe, als wärst Du noch da. Ich schreibe durcheinander. Alles Liebe,
Marie


[...]


Ich hatte ein Zimmer in Amerika. Die Erinnerung traf mich wie ein Blitz. Wie hatte ich das nur vergessen können! Es ist mir eben erst auf einem Spaziergang im Park wieder eingefallen. Gerade eben war mir ein Großvater mit seiner Enkelin begegnet. Das Mädchen war ungefähr sieben Jahre alt und als Minnie Mouse verkleidet. Natürlich, es war ja Faschingszeit. Ich muss zugeben, dass ich die Zeit hier ganz vergessen habe. Anscheinend genauso, wie das Zimmer in Amerika.
Ich hatte noch nicht schlafen können, wollen, was auch immer, und war in den Park gegangen, um mir die Beine zu vertreten. Dort saß ich jetzt auf meiner Bank und dachte über so vieles nach, dick eingepackt in Mantel, Jacke und Pullover. Es war ungewöhnlich kalt für Anfang März. Ich begann zu frieren, blieb aber dennoch sitzen. Manchmal musste ich eben selbst hier noch Zeit mit mir alleine verbringen. Bald werde ich nämlich nicht mehr so viel Zeit mit mir haben, denn wenn es nach Doktor Franz geht, soll ich die Klinik demnächst verlassen.


[...]



Es war ein Tag wie dieser gewesen. In der Nacht hatte es geschneit, und selbst vor Mannheim hatte der Schnee nicht halt gemacht. Ich, die ich auf dem Land aufgewachsen war, kannte Schnee in Massen. Für mich war es eine angenehme Überraschung, in der Stadt einmal ein paar weiße Flocken zu Gesicht zu bekommen. Für Mannheim war Schnee eher etwas Ungewöhnliches, so waren auch die Städter dem vielen Schnee nicht gewogen. Daher legte sich der Schnee von gestern auf den kommenden Tag, und vor allem auf dessen Regionalverkehr.

Durch meine eigene Vergesslichkeit hatte ich auf halbem Weg aus der Neckarstadt noch einmal umkehren müssen. Ich hatte die Probeklausuren, die ich für meine Studenten vorbereitet hatte, auf dem Schreibtisch liegen gelassen. Frustriert war ich daher von der Straßenbahnhaltestelle wieder zu meiner Wohnung zurück getrabt, hatte die zwanzig Zettel sorgfältig eingepackt und mich auf den Rückweg gemacht. Da ich aber stets überpünktlich war, sollte das kein großes Problem darstellen- das Fahrverhalten der Straßenbahnführer allerdings schon, wie sich alsbald heraus stellte. Mit meinen Nerven bis aufs Äußerste gespannt, eilte ich dann doch verspätet einen Flur im westlichen Flügel der Universität entlang.

[...]


Jamies Flug war gebucht für Anfang September. Überstürzt und euphorisch hatten wir noch kurz vorher das Aufgebot für Oktober bestellt, denn Jamie hatte beschlossen, dass sein Büro zwar einer Regelung vor Ort bedürfe, danach aber noch eine Weile ohne ihn auskommen konnte. Noch im September wollte er wieder bei mir sein, um gemeinsam mit mir alles Weitere zu organisieren.

„Jamie ist nie zurück gekommen“, sagte ich zu meinem schlafenden Kater.
[...]



Dienstag, 24. August 2010


Bitte ab 1. September bis 23. September voten, im Zweifelsfall bin ICH für jedes positive Feedback dankbar...

Ich nehme teil mit "Der letzte Amerikaner". Hier: http://marissaconrady.blogspot.com/2010/07/der-letzte-amerikaner-jetzt-bei.html gibt es noch einmal einen "Rückblick" auf das bei epubli veröffentlichte Buch;
http://www.epubli.de/shop/showshopelement?pubId=3630

Buchvorschau: http://www.epubli.de/preview/publication/3630

"Die Leser entscheiden
Vom 1. September bis 19. September* werden die Bücher zur Bewertung freigegeben. Die Jury besteht aus den Lesern im Internet. Je mehr positive Bewertungssterne (4 und 5 Sterne) Sie für I...hr Buch sammeln, umso näher rückt Ihr Buch an einen Preis heran und in Richtung Frankfurter Buchmesse. *Kommentare, die vor oder nach dem Bewertungszeitraum abgegeben werden, gehen nicht in die Wertung mit ein. "


http://www.facebook.com/l.php?u=http%3A%2F%2Fwww.epubli.de%2Fspecials%2Fbuchmesse&h=6a38b

Dienstag, 20. Juli 2010

Web Walbpurga

Mein Buch hier https://www.epubli.de/shop/showshopelement?pubId=3630 bewerten und damit für die Aktion "Frankfurter Buchmesse" für die Web Walpurga nominieren.

http://www.epubli.de/specials/buchmesse

Der letzte Amerikaner - jetzt bei Epubli.de

http://www.epubli.de/shop/showshopelement?pubId=3630

Wenn Dir die Liebe Deines Lebens begegnet – dann ist das Schicksal. Aber wie nennt man es, wenn genau diese große Liebe durch äußere Umstände verloren geht? Wie soll man weiter leben mit dem Gedanken an das, was hätte sein können? Der Amerikaner James Bell und die Deutsche Marie Körner stoßen an einem Januartag in Mannheim aufeinander. Und so plötzlich, wie ihr Zusammentreffen geschehen ist, tritt die Liebe auf den Plan. Marie und Jamie sind das perfekte Paar, daran besteht auch für sie selbst kein Zweifel. Pläne für die Zukunft werden geschmiedet, aber dann gibt es da diesen einen Tag, der alles für immer verändert. In die Geschichtsbücher geht er als 9/11 ein. Marie lässt den Leser in Rückblenden teilhaben an dem, was geschehen ist, und wie sie versucht damit zu leben.

Softcover Taschenbuch (12,5 x 19,0 cm) 56 Seiten Inhalt: s/w
Sprache: Deutsch Altersempfehlung: keine Erscheinungsdatum: 19.07.2010

Dienstag, 6. Juli 2010

Projektwoche

25. Juni bis 1. Juli: Projektwoche am Überwald-Gymnasium in Wald-Michelbach
Thema: "Bretter, die die Welt bedeuten"

Beschreibung: In diesem Projekt steht das Schreiben im Mittelpunkt. Fertigkeiten des journalistischen Arbeitens (Interviews, Porträts, Nachrichten und andere Artikelformen) werden vermittelt. Vor allem aber sollen das kreative Schreiben, Schreibtechniken und Grundlagen des Schreibens (Fingerübungen) ausprobiert werden.
Ziel ist es eine Sammlung der so entstandenen, vielfältigen (und literarischen) Werke schulintern zu veröffentlichen.

Voraussetzungen: Lust am kreativen Arbeiten und Freude am Schreiben!



Donnerstag, 4. Februar 2010

Ein Traum von Liebe

Ich wünsche mir etwas, das ich schon lange nicht mehr erlebt habe. Es ist lange her und ich frage mich, ob ich es überhaupt noch einmal erleben darf. Ich formuliere meinen Wunsch ins Dunkle, lautlos, denn meine Stimme ist noch immer ungehört geblieben. Wer würde mir schon zuhören?

Über mir sind gerade die Sterne aufgegangen. Der ganze Himmel ist voll davon. Es ist ein schönes Bild, romantisch gar. Alles funkelt und blink und glitzert auf mich nieder. Aber, was nützt mir schon die Liebe in Gedanken? Es gibt Träume, die bleiben wohl unerfüllt. Sehnsüchtig blicke ich hinüber zum Stadtrand. Mir scheint, dass die Stadt nachts nur Licht anmacht, damit ich sie auch noch im Dunkeln erkennen kann; damit ich weiß, dass sie noch da ist. Irgendwer in dieser großen Stadt könnte mir meinen Traum erfüllen. Beim Gedanken daran macht mein kleines, im Lauf der Jahre düster gewordenes Herz einen Sprung und ich beginne leicht zu zittern. Ich bin so voller Vorfreude, dass ich mich leicht im Wind zu wiegen beginne.

Er trägt mir vom Horizont, dort wo die Stadt beginnt, Töne und ab und zu sogar Liebesweisen herüber. Die Stadt verhöhnt mich dabei aber auch manchmal ungeniert. Sie hat alle Liebenden bei sich aufgenommen, nur mich nicht. Am Firmament sehe ich, wie sich der beleuchtete Schatten der Stadt in den Sternen spiegelt, und die Sterne sich wiederum in der Stadt brechen. Es ist so ein vollkommenes Bild, sodass ich fast weinen muss. Ich beneide die Stadt um all die Liebespaare. Jeden Morgen erhebt sie sich neu, langsam, wie aus heilendem Schlaft – und mit ihr die Pärchen, wenn diese nicht gar wach geblieben sind. Vielleicht haben sie sich in den Armen gehalten. Vielleicht haben sie am Fenster gestanden, Arm in Arm, als alles schlafen ging, und haben in meine Richtung hinaus gesehen. Und ich war umgeben von der Dunkelheit und blieb völlig still dabei.

Ich sehe zu, wie der große Wagen in Richtung Stadt Fahrt aufnimmt und schicke meinen Wunsch mit ihm auf den Weg. Ich träume von Liebe. Ich wünsche mir etwas, das ich wohl sobald nicht sehe. Früher kamen die Liebenden oft aus der Stadt in den Wald und küssten sich verliebt unter meinen Zweigen. Meine Äste strichen über sie, wie eine zarte Berührung und keiner der Beiden kann bis heute genau sagen, ob es nicht doch die Berührung des geliebten Gegenübers gewesen ist.

Jetzt huschen nur noch scheue Häschen über meine Wurzeln, aber sie bleiben nie, sie sind in Eile. In meinen kahl werdenden Ästen bauen keine Vögel mehr ihre Nester, weil sie in den Süden aufgebrochen sind und nicht mehr hierher zurück kommen. In meinen lichten Baumkronen säuselt der Wind von vergangenen Zeiten. Er erzählt mir von der Stadt und den vielen Menschen, die so einsam sein sollen, wie ich. Aber ich kann seinen Geschichten keinen Glauben schenken, denn er erzählt mir auch davon, dass die Stadt immer näher an den Wald heranrücken uns es den Wald bald nicht mehr geben wird.

Wenn das stimmt, dann wünsche ich mir nur umso sehnlicher, noch einmal die Liebe mit eigenen Augen zu sehen.